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Bettina Ruchti,
Mondwege

 

Poesie als Steigerung des Lebens - auch wenn sie erlitten ist -: so sieht Bettina Ruchti ihre Lyrik. Denn "nur das gezeichnete wort hat gewicht - allein das erlittene wort kann auferstehen." In ihrem ersten Gedichtband "Mondwege" werden diese Zeilen zum Leitmotiv , und die Sehnsucht nach dem Ursprung alles Sagbaren wird deutlich, wenn es heißt: "einmal nur trage mich an den feurigen Grund, wo die Dinge noch namenlos sind..." Daß das Sein nur punktuell berührbar sei, wißen wir auch von Gottfried Benn. Und die Erfahrung von Leid und Dunkelheit jenseits des Seins, die oft die Lyrik unserer Zeit geprägt hat, ist auch Bettina Ruchti vertraut. Dennoch überwinden ihren Gedichte dieses Gefühl des Ausgeliefertseins, und es wird die Gewißheit spürbar, daß Tod- und Zeitlosigkeit die Heimat des lyrischen Ichs sind. Die in freien Rhythmen und verhaltener Metaphorik gestalteten Verse verzichten auf Chiffrierung und postmoderne Effekte. Sie vermögen durch ihre Musikalität und gelegentlich sentenzhafte Kürze ihre Botschaft eindrucksvoll zu vermitteln. So können sie das reale Leben aus seiner oft profanen Wirklichkeit herausführen und zu schönen Bildern verdichten. Und es wird deutlich, warum Bettina Ruchti ihrem Gedichtband die Erkenntnis voranstellt: Poesie sei eine Kraft, das Leben vom Realen zum Möglichen zu steigern.

 

ISBN 978-3-935214-18-6

80 Seiten; 8,90 €

 

 

 

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